Was sind histaminarme Weine und wie werden diese hergestellt?

Schätzungsweise ein bis fünf Prozent der Bevölkerung leidet an Histaminintoleranz (HIT). Aufgrund eines Enzymmangels sind Betroffene nicht in der Lage, Histamin aus der Nahrung abzubauen und reagieren auf histaminreiche Lebensmittel mit Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Juckreiz oder auch Atembeschwerden. Wein zählt neben Käse, Sauerkraut und Fisch zu den bekanntesten Histaminquellen. (Ob Du an einer Histaminunverträglichkeit leidest ist nicht anhand der beschriebenen Symptome abzuleiten. Dafür sollte ein Arzt konsultiert werden).

Histamin ist ein biogenes Amin, das in zahlreichen Lebensmitteln enthalten ist – auch in Wein. Manche Menschen reagieren auf histaminreiche Lebensmittel mit Kopfschmerzen oder anderen Beschwerden. Einige Winzer bieten mittlerweile histaminarme Weine an. Gänzlich histaminfreie Weine gibt es nicht.

Weißwein enthält in der Regel nur wenig Histamin – meist weniger als 1 mg pro Liter. Bei Rotwein ist es oft drei oder vier Mal so viel. Daher wird Weißwein von Betroffenen besser vertragen als Rotwein. Histaminarme Weine haben in der Regel weniger als 0,25 mg/l Histamin pro Liter.

Bei der Herstellung von Wein gibt es verschiedene Faktoren, die die Bildung von Histamin begünstigen können. Winzer, die histaminarme Weine herstellen, achten dabei auf folgende Dinge:

Die Qualität der Trauben: Wird kein optimales Traubenmaterial genutzt, kann es zu Fehlgärungen oder anderen mikrobiologischen Prozessen kommen, bei denen Histamin entsteht. Daher werden bei der Lese sämtliche Trauben, die Anzeichen eines Verderbs zeigen, entfernt.

Die Lagerung: Lange Maischestandzeiten und die Lagerung in Holzfässern begünstigen die Bildung von Histamin. Stattdessen verarbeiten Winzer die Trauben schnell und hygienisch, Maischestandzeiten werden begrenzt und für die Lagerung Edelstahltanks verwendet.

Die eingesetzten Mikroorganismen: Auch die Kulturen, die für die Gärung eingesetzt werden, haben Einfluss auf die Bildung von Histamin. Mit geeigneten Hefe- und Bakterienstämmen wird eine schnelle Gärung erzielt und der biologische Säureabbau somit kontrolliert.

Übrigens: Du wirst geschmacklich keinen Unterschied zwischen Weinen mit "normalen" Histamingehalt und histaminarmen Weinen feststellen!

Histaminarme Weine - NEU! -

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